Wie viele Menschen Bitcoin besitzen, ist schwer zu ermitteln: Eine Person kann mehrere Adressen nutzen, und eine Adresse entspricht nicht zwingend einer Person.


Eine allgemein anerkannte Zahl für Bitcoin-Besitzer weltweit gibt es nicht. Verschiedene Studien messen Unterschiedliches - etwa Menschen, Konten oder Adressen - und stützen sich auf unterschiedliche Datensätze. Wenn Sie eine einzelne, selbstbewusst präsentierte Zahl ohne Erläuterung ihrer Berechnung sehen, fehlt meist der entscheidende Kontext.
Eine umfragebasierte Studie aus dem Jahr 2024 schätzte, dass weltweit rund 467 Millionen Menschen Bitcoin besitzen (oder in irgendeiner Form ein Engagement in Bitcoin haben). Diese Untersuchung erfasst die Zahl der Besitzer allerdings nur bis Ende 2023. Das kann ein nützlicher Anhaltspunkt sein, verdeutlicht aber auch einen wichtigen Punkt: Schätzungen zum Bitcoin-Besitz können zeitlich hinterherhinken und sich je nach Methodik unterscheiden.
Grundsätzlich lassen sich drei Hauptansätze zur Messung unterscheiden:
Hier finden Sie unseren Einsteiger-Guide zur Nutzung von Bitcoin.
Bevor wir über Zahlen sprechen, lohnt sich eine klare Definition, denn „Bitcoin besitzen“ kann in der Praxis Verschiedenes bedeuten.
Das ist der Fall, wenn Sie Bitcoin in einer App oder an einer Börse kaufen und der Dienstleister die Coins für Sie verwahrt. In der Regel sehen Sie Ihr Guthaben und können es bewegen, doch die zugrunde liegenden Bitcoin liegen möglicherweise in gebündelten Wallets, die viele Kundinnen und Kunden gemeinsam abbilden.
Das ist der Fall, wenn Sie die privaten Schlüssel der Wallet selbst kontrollieren. Dabei kann es sich um eine Mobil-, Desktop- oder Hardware-Wallet handeln. Der Besitz ist dann an denjenigen gebunden, der die Schlüssel kontrolliert - doch die Blockchain zeigt weiterhin nur Adressen, keine Identitäten.
Es hilft außerdem, zwischen Menschen, Einheiten und Konten zu unterscheiden:
Erfahren Sie hier, wie Sie Bitcoin kaufen.
Die Bitcoin-Blockchain zeigt Adressen und Transaktionen, keine Namen. Daraus ergeben sich mehrere Messprobleme:
Wenn zehn Freundinnen und Freunde jeweils Bitcoin in derselben App kaufen, hält die App die BTC aller möglicherweise in einer gebündelten Wallet (on-chain). Die Blockchain-Daten zeigen dann vielleicht eine einzige große Adresse, obwohl sie zehn Menschen repräsentiert. Der umgekehrte Fall ist ebenso möglich: Verteilt eine Person ihre Bitcoin auf zehn Self-Custody-Wallets, zeigen die Blockchain-Daten zehn Adressen, obwohl dahinter nur eine Person steht.
Forschende nutzen im Kern drei Ansätze. Jeder hat eigene Stärken und Grenzen, und keiner liefert eine exakte Zahl.
Umfragen fragen die Teilnehmenden, ob sie Bitcoin besitzen. Sie können nützlich sein, weil sie darauf ausgelegt sind, Menschen abzubilden und nicht Adressen. Allerdings verstehen manche Befragte die Frage falsch (sie verwechseln Bitcoin etwa mit „Krypto“ im weiteren Sinne), und einige antworten womöglich nicht ehrlich.
Da Bitcoin-Transaktionen öffentlich sind, lassen sich aus der Blockchain nützliche Signale ableiten - auch wenn sie sich nicht sauber einzelnen Menschen zuordnen lassen.
Zu den gängigen On-Chain-Proxys gehören:
Auch hier gilt die zentrale Einschränkung, dass On-Chain-Daten Adressen zählen, nicht Besitzer. Sie eignen sich am besten, um die Netzwerknutzung und Verteilungsmuster zu verstehen, nicht die exakte Zahl der Besitzer.
Dazu gehört das Clustering von Adressen, die wahrscheinlich derselben Einheit gehören, sowie das Identifizieren großer Dienste (etwa Verwahrer) und die Schätzung, wie viele dahinterstehende Nutzerinnen und Nutzer sie repräsentieren. Diese Schritte werden mitunter mit gemeldeten Nutzerzahlen oder Kontoschätzungen kombiniert.
Der Analyseansatz kann sehr aussagekräftig sein, ist aber zugleich am schwersten zu überprüfen. Viele Methoden stützen sich auf private Datensätze oder interne Klassifizierungen. Achten Sie beim Lesen von Methodik-Hinweisen darauf, ob eine Quelle offenlegt, welche Annahmen sie trifft und wie sie Doppelzählungen vermeidet.
Viele fragen: „Wie viele Bitcoin-Wallets gibt es?“ und nehmen an, das entspreche der Frage „Wie viele Bitcoin-Besitzer gibt es?“ In der Praxis handelt es sich um drei verwandte, aber unterschiedliche Konzepte:
Da eine einzelne Wallet viele Adressen erzeugen und eine einzelne Verwahrer-Adresse viele Kundinnen und Kunden repräsentieren kann, entspricht die Zahl der Wallets nicht der Zahl der Menschen. Eine On-Chain-Kennzahl, die Sie häufig sehen, ist „genutzte eindeutige Adressen“. Sie hilft, Trends der Netzwerkaktivität zu verstehen, ist aber keine direkte Zählung der Besitzer.
Die Frage nach dem ganzen Bitcoin beginnt meist mit On-Chain-Daten: Wie viele Adressen halten mindestens 1 BTC? Manche halten das für eine nützliche Schätzung des Besitzes ganzer Coins, doch sie entspricht nicht automatisch der Zahl der Menschen, die mindestens einen ganzen Bitcoin besitzen.
Aktuelle On-Chain-Daten zeigen, dass es fast 824.000 Blockchain-Wallet-Adressen gab, die mindestens 1 BTC halten. Diese Zahl ist eine Schätzung und kann Institutionen einschließen, die ihre Bestände auf mehrere Adressen aufteilen. Ein einzelner Wholecoiner (also eine Person, die mindestens 1 Bitcoin besitzt) kann mehrere Adressen kontrollieren, während eine große Verwahrer-Adresse Coins vieler Kundinnen und Kunden bündeln kann.
Das ist eine der meistgesuchten Fragen - und zugleich eine, bei der man am leichtesten danebenliegt. Mit einiger Sicherheit lässt sich in der Regel Folgendes sagen:
Allein aus der Blockchain lässt sich hingegen nicht zuverlässig erkennen:
Statt einer reißerischen „Rich List“ zu vertrauen, ist es sinnvoller zu fragen:
Lesen Sie mehr dazu, wie viele Bitcoin es insgesamt gibt.
Auch bei Länderzahlen lohnt sich ein vorsichtiger Blick. Für die USA gilt wie weltweit: Verlässliche Angaben stammen meist aus Umfragen, und die Formulierung „Umfragen legen nahe …“ ist bewusst zurückhaltend.
Dass sich US-Schätzungen je nach Quelle und Jahr unterscheiden, hat mehrere Gründe: Umfragen nutzen unterschiedliche Stichproben, stellen die Fragen anders und beziehen sich auf verschiedene Zeiträume. Manche fragen konkret nach Bitcoin, andere nach „Kryptowährungen“ insgesamt, was die Zahlen deutlich verändern kann.
Wenn Sie Studien vergleichen möchten, hilft eine kurze Checkliste:
So lässt sich einordnen, warum zwei seriöse Quellen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen können.
Wenn Sie Adoptionstrends selbst erkunden möchten, führen mehrere Wege dorthin:
Wenn Sie Marktdaten an einem Ort erkunden und dabei lernen möchten, werfen Sie einen Blick in die Crypto.com App. Dort können Sie Bitcoin-Marktinformationen ansehen und anschließend über verwandte Lernartikel weiterlernen.
So starten Sie mit Crypto.com:
Wie viele Menschen haben Bitcoin?
Das kann niemand exakt zählen. Die besten verfügbaren Antworten beruhen auf Schätzungen, häufig auf Basis von Umfragen, On-Chain-Proxys oder entitätsbereinigten Analysen.
Wie viele Bitcoin-Besitzer gibt es?
„Besitzer“ kann Menschen, Konten oder Adressen meinen. Ein hilfreicher erster Schritt ist zu prüfen, was die Quelle zählt und ob sie individuelle Besitzer von gebündelten Verwahrer-Wallets trennt.
Was ist der Unterschied zwischen Besitzern und Wallets?
Eine Wallet ist ein Werkzeug, das viele Adressen kontrollieren kann. Ein Besitzer ist eine Person oder Einheit, die Bitcoin kontrolliert - entweder über eigene Schlüssel (Self-Custody) oder über ein Plattformkonto. Beides lässt sich nicht eins zu eins zuordnen.
Wie viele Bitcoin-Wallets gibt es?
On-Chain gibt es keine einzelne Kennzahl für die Zahl der Wallets. Viele Blockchain-Datensätze erfassen Adressen und deren Aktivität, nicht eine Zählung von Menschen.
Wie viele Menschen besitzen 1 ganzen Bitcoin?
Adressbasierte Daten legen nahe, dass weniger als eine Million Adressen mindestens 1 BTC halten. Das ist nicht dasselbe wie Menschen, denn eine Einheit kann viele Adressen kontrollieren und Verwahrer können gebündelte Kundenbestände halten.
Wer besitzt die meisten Bitcoin?
Die meisten großen Besitzer lassen sich allein aus On-Chain-Daten nicht zuverlässig identifizieren. Die belastbarsten Betrachtungen stützen sich auf öffentliche Offenlegungen (sofern verfügbar) und trennen gebündelte Verwahrer-Wallets klar vom individuellen Besitz.
Wie viel Bitcoin besitzt die durchschnittliche Person?
Es gibt keinen verlässlichen globalen „Durchschnitt“, weil der Besitz ungleich verteilt ist und sich Adressen und Konten nur schwer in eindeutige Menschen umrechnen lassen. Seien Sie vorsichtig bei Durchschnittswerten, die ihren Datensatz und ihre Annahmen nicht erläutern.
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