Was ist Decentralised Finance (DeFi) und wie funktioniert es?
Decentralised Finance (DeFi) bezeichnet ein Finanzsystem auf Basis der Blockchain-Technologie, das ohne traditionelle Finanzintermediäre wie Banken auskommt. Stattdessen ermöglichen Smart Contracts und dezentrale Anwendungen (dApps) Finanztransaktionen direkt zwischen den Nutzern. Dieser Guide erklärt, was DeFi ist, wie es funktioniert, welche Chancen und Risiken bestehen und welche Rolle DeFi im heutigen Krypto-Ökosystem spielt.
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Was ist Decentralised Finance (DeFi)?
Decentralised Finance (DeFi) beschreibt ein offenes Finanzökosystem, das auf öffentlichen Blockchains wie Ethereum aufbaut. Im Gegensatz zum klassischen Finanzsystem gibt es keine zentrale Instanz, die Transaktionen kontrolliert oder verwaltet. Diese Aufgabe übernehmen Smart Contracts, also selbstausführende Programme, die vordefinierte Regeln automatisch umsetzen.
Der zentrale Gedanke von DeFi ist die Dezentralisierung. Finanzdienstleistungen wie Sparen, Leihen, Tauschen oder Investieren können direkt zwischen den Beteiligten, also peer-to-peer, abgewickelt werden. Frühe Plattformen wie MakerDAO legten den Grundstein für dezentrale Stablecoins und Kreditprotokolle. Heute ist das DeFi-Ökosystem breit aufgestellt und umfasst eine Vielzahl an Protokollen, Tokens und Anwendungen, die kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Wann ist DeFi entstanden?
Der Begriff „DeFi“ wurde erstmals im August 2018 in einer Entwicklerdiskussion rund um Ethereum verwendet. Die Idee dezentraler Finanzsysteme reicht jedoch weiter zurück. Mit der Einführung von Bitcoin im Jahr 2009 entstand die erste vollständig dezentrale Finanzanwendung.
Die Ethereum-Blockchain, die 2015 gestartet wurde, ermöglichte erstmals die Programmierung komplexer Smart Contracts. Besonders im Jahr 2020, häufig als „DeFi-Sommer“ bezeichnet, gewannen Plattformen wie Compound, Aave und Uniswap stark an Bedeutung und machten DeFi weltweit bekannt.
Wie funktioniert Decentralised Finance (DeFi)?
DeFi basiert auf einer mehrschichtigen Infrastruktur. Die Grundlage bildet die Blockchain, auf der alle Transaktionen dauerhaft gespeichert werden. Darauf bauen verschiedene Protokolle auf, die spezifische Finanzfunktionen ermöglichen, sowie Benutzeroberflächen, über die Nutzer mit dem System interagieren.
Im Mittelpunkt stehen Smart Contracts. Sie folgen dem Prinzip „Wenn X eintritt, dann geschieht Y“. Sobald eine definierte Bedingung erfüllt ist, wird die Transaktion automatisch ausgeführt, ohne dass menschliches Eingreifen erforderlich ist.
Dezentrale Anwendungen, sogenannte dApps, greifen auf diese Smart Contracts zurück, um Funktionen wie Kreditvergabe, Token-Tausch oder andere Finanzdienstleistungen anzubieten. Weitere zentrale Bestandteile der DeFi-Infrastruktur sind automatisierte Market Maker (AMMs), Liquiditätspools, Oracles zur Einbindung externer Daten sowie innovative Mechanismen wie Flash Loans.
Was sind dezentralisierte Apps (dApps)?
Das sind softwarebasierte Anwendungen, die in einem Peer-to-Peer-Netzwerk laufen, zum Beispiel auf einer Blockchain, anstatt auf einem zentralen Server.
Da es sich um dezentralisierte Netzwerke handelt, sind sie oft widerstandsfähiger gegenüber einzelnen Ausfallpunkten, allerdings können Sicherheit und Regulierung variieren.
Zusammen bilden Smart Contracts und dApps den Großteil der Infrastruktur von DeFi (Decentralised Finance). Die Architektur besteht aus drei Ebenen:
- Blockchain (die Grundlage).
- Protokolle (die Prozesse und Vorgänge).
- Benutzeroberflächen (das, was der Nutzer sieht).
Diese Infrastruktur unterstützt das Verleihen, Ausleihen und Tauschen von Vermögenswerten über:
- Dezentralisierte Börsen (DEXs).
- Automated Market Makers (AMMs).
- Liquiditätspools.
Echtzeitdaten aus der realen Welt stammen aus sogenannten Oracles.
Der dezentrale Charakter ermöglicht verschiedene Finanzdienstleistungen, die in zentralisierten Systemen schwer zugänglich sind. Zum Beispiel erlauben Flash Loans Nutzern, sofort Kryptowährungen zu erhalten, ohne Sicherheiten hinterlegen zu müssen.
Was ist Yield-Farming?
Im DeFi-Bereich können Menschen, die Kryptowährungen besitzen, ihre Vermögenswerte verleihen oder „staken“, indem sie sie in Liquiditätspools einzahlen, um dafür Belohnungen zu erhalten.
Nutzer verleihen ihre Assets typischerweise in Paaren, um Handelsgeschäfte zu ermöglichen. Je mehr Vermögenswerte bereitgestellt werden, desto höher fallen die Belohnungen aus.
Indem Krypto-Besitzer ihre Assets zwischen verschiedenen Plattformen verschieben, können sie diese Rewards in großen Mengen sammeln.
Was ist Liquiditätsbereitstellung?
Liquiditätsbereitstellung bedeutet, dass eine Person oder Organisation die Liquidität in einem Markt erhöht, indem sie eigene Vermögenswerte zur Verfügung stellt.
Im DeFi-Bereich beschreibt es den Prozess, digitale Assets wie Kryptowährungen oder Tokens in einen Pool einzuzahlen, um Exchanges und Trades zu ermöglichen.
Nutzer erhalten dafür Gebühren, dass sie die Liquidität eines Pools erhöhen. Das ist die Belohnung für das Risiko, diese Assets zu verleihen.
Der wichtigste Unterschied zur traditionellen Liquiditätsbereitstellung ist, dass DeFi-Liquiditätspools verlangen, dass Handelspaare eingezahlt werden, zum Beispiel gleiche Werte von zwei unterschiedlichen Kryptowährungen. Das erleichtert den Handel.
Zentrale Eigenschaften von DeFi
1. Offener und erlaubnisfreier Zugang
DeFi ist grundsätzlich für jede Person mit Internetzugang nutzbar, ohne klassische Zugangsbeschränkungen. In bestimmten Fällen können jedoch lokale gesetzliche Vorgaben gelten.
2. Nicht-verwahrende Nutzung über Smart Contracts
In vielen DeFi-Anwendungen behalten Nutzer die Kontrolle über ihre privaten Schlüssel. Das erhöht die Eigenverantwortung und unterscheidet DeFi deutlich von zentralisierten Finanzlösungen.
3. Transparenz und Nachvollziehbarkeit
Die meisten Blockchains sind öffentlich einsehbar. Transaktionen können on-chain nachverfolgt werden, was Transparenz schafft und Prüfungen erleichtert.
4. Komponierbarkeit und Modularität („Money Legos“)
DeFi-Protokolle lassen sich wie Bausteine miteinander kombinieren. Entwickler können bestehende Komponenten nutzen, um neue Finanzprodukte zu entwickeln.
5. Governance über Tokens und DAOs
Einige DeFi-Protokolle werden über Governance-Token gesteuert. In dezentralen autonomen Organisationen (DAOs) stimmen Token-Inhaber über wichtige Änderungen am Protokoll ab.
6. Interoperabilität zwischen Protokollen
Viele DeFi-Anwendungen sind so konzipiert, dass sie miteinander interagieren können. Das schafft Synergien, bringt aber auch Abhängigkeiten mit sich.
Decentralised finance (DeFi) strengths
1. Finanzielle Inklusion und globale Verfügbarkeit
DeFi kann Menschen Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglichen, die im traditionellen System ausgeschlossen sind, unabhängig von Herkunft oder Wohnort.
2. Geringere Kosten und schnellere Abwicklung
Da Zwischeninstanzen entfallen, können Transaktionen effizienter abgewickelt werden. Dennoch können Netzwerkgebühren anfallen.
3. Zusätzliche Ertragsmöglichkeiten
Durch Yield-Farming oder die Bereitstellung von Liquidität können potenziell Renditen erzielt werden. Diese gehen jedoch mit erhöhten Risiken einher.
4. Mehr Transparenz und Kontrolle
Viele DeFi-Projekte sind Open Source. Nutzer behalten, je nach Setup, die direkte Kontrolle über ihre Vermögenswerte.
5. Innovation durch programmierbares Geld
Smart Contracts ermöglichen neue, flexible Finanzprodukte und beschleunigen Innovationen im Finanzbereich.
Risiken von Decentralised Finance (DeFi)
1. Sicherheitslücken und Hacks
Fehler im Smart-Contract-Code können ausgenutzt werden und zu Verlusten führen. Absolute Sicherheit lässt sich technisch nicht garantieren.
2. Hohe Volatilität und Impermanent Loss
Krypto-Assets unterliegen starken Preisschwankungen. Liquiditätsanbieter können durch Marktbewegungen Verluste erleiden.
3. Unklare rechtliche Rahmenbedingungen
Da DeFi global operiert, sind viele rechtliche Fragen noch ungeklärt, insbesondere in Bezug auf Regulierung und Verbraucherschutz.
4. Hohe Eigenverantwortung der Nutzer
Der Verlust privater Schlüssel oder Phishing-Angriffe können zum vollständigen Verlust der Vermögenswerte führen.
5. Systemische Risiken durch Abhängigkeiten
Die enge Verknüpfung einzelner Protokolle kann dazu führen, dass Fehler sich auf mehrere Systeme auswirken.
DeFi-Anwendungsfälle und Beispiele
Lending und Borrowing
Protokolle wie Aave oder Compound ermöglichen das Verleihen und Ausleihen von Kryptowährungen über Liquiditätspools. MakerDAO, heute unter dem Namen Sky bekannt, steuert einen dezentralen Stablecoin.
Dezentrale Börsen (DEXs)
Uniswap erlaubt den direkten Tausch von Tokens aus der eigenen Wallet, ohne zentrale Vermittler.
Stablecoins
An Fiatwährungen gekoppelte Stablecoins bieten eine höhere Preisstabilität und werden in DeFi häufig für Zahlungen und Absicherungen genutzt.
Yield-Farming and Liquidity-Mining
Nutzer erhalten Belohnungen, wenn sie Liquidität bereitstellen oder Vermögenswerte zwischen Protokollen verschieben.
Neue Bereiche
Dezentrale Versicherungen, tokenisierte Real-World-Assets und Derivate gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Dezentrale Versicherung
Traditionelle Versicherungen beruhen auf der gemeinsamen Bündelung von Risiken, was sie auch für DeFi geeignet macht. Anstatt einen Verlust nachweisen zu müssen, legt ein Versicherungspool Parameter fest, die bei Auslösung automatisch eine Auszahlung auslösen. Das kann manuelle Prozesse reduzieren und manche Modelle günstiger und effizienter machen, abhängig vom jeweiligen Protokoll.
Tokenisierte reale Vermögenswerte
Mit der DeFi-Infrastruktur können Nutzer digitale Versionen realer Assets wie Immobilien, Kunst oder Finanzinstrumente halten, verkaufen und handeln. Dadurch wird es möglich, nur einen Bruchteil eines Assets zu besitzen. NFTs sind eine Form der Tokenisierung.
Derivate
DeFi ermöglicht es Nutzern, auf den Wert von Krypto-Assets zu spekulieren, ähnlich wie im traditionellen Derivatehandel, oft ohne das Asset selbst zu besitzen. Es gibt jedoch keine Vermittler wie Broker, da Smart Contracts die Trades automatisch ausführen, sobald bestimmte Schwellenwerte erreicht werden.
DeFi vs. traditionelle Finanzwelt: Was ist der Unterschied?
Der größte Unterschied liegt in der Dezentralisierung. Während klassische Finanzsysteme auf zentralen Institutionen basieren, funktioniert DeFi peer-to-peer auf der Blockchain und wird durch Code gesteuert. Dies ermöglicht mehr Transparenz und Flexibilität, bringt jedoch auch neue Risiken mit sich. Die traditionelle Finanzwelt ist stärker reguliert und etabliert, während DeFi sich noch in einer frühen Entwicklungsphase befindet.
Was ist eine DeFi-dApp?
Eine DeFi-dApp ist eine dezentrale Anwendung, die auf Smart Contracts basiert. Sie ermöglicht Funktionen wie den Handel, das Verleihen oder das Investieren in digitale Assets. Der Zugriff erfolgt in der Regel über eine Krypto-Wallet, die als Schnittstelle dient. Governance-Token und DAOs spielen häufig eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung solcher Anwendungen.
Kennzahlen und Wachstum des DeFi-Ökosystems
Eine der wichtigsten Kennzahlen ist der Total Value Locked (TVL), also der Gesamtwert der in DeFi-Protokollen hinterlegten Vermögenswerte. Der TVL schwankt je nach Marktlage und gilt als Indikator für die Nutzung und das Vertrauen der Nutzer. Analysten gehen davon aus, dass DeFi langfristig weiter wachsen wird, beeinflusst durch wirtschaftliche Rahmenbedingungen, technologische Entwicklungen und regulatorische Klarheit.
Regulatorischer und rechtlicher Ausblick
Die Regulierung von DeFi ist komplex, da es sich um ein globales, dezentrales System handelt. In Europa und weltweit prüfen Aufsichtsbehörden, wie Themen wie Verbraucherschutz, Geldwäscheprävention und Marktintegrität im DeFi-Kontext umgesetzt werden können. Der rechtliche Rahmen ist derzeit noch in Bewegung.
Zukunftsausblick für Decentralised Finance (DeFi)
DeFi steht noch am Anfang seiner Entwicklung. Auch etablierte Finanzinstitute zeigen zunehmend Interesse an DeFi-Konzepten. Zukünftig könnten Layer-2-Lösungen, Cross-Chain-Technologien und die Tokenisierung realer Vermögenswerte weiter an Bedeutung gewinnen. Plattformen wie Crypto.com bieten als regulierter Zugangspunkt die Möglichkeit, DeFi-Assets und Tools zu entdecken, abhängig von regionaler Verfügbarkeit und individueller Eignung.
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FAQ
Was ist DeFi einfach erklärt?
DeFi ist ein Finanzsystem auf Blockchain-Basis, das ohne zentrale Kontrolle funktioniert. Smart Contracts führen Transaktionen automatisch aus.
Ist DeFi sicher?
DeFi nutzt Sicherheitsmechanismen, die ständig weiterentwickelt werden. Trotzdem ist kein Finanzsystem völlig risikofrei.
Ist DeFi legal?
DeFi ist nicht grundsätzlich illegal, aber bestimmte Anwendungen können je nach Land verboten sein.
Wie kann man in DeFi investieren?
Am besten starten neue Nutzer über eine Plattform, die Zugang zu Krypto-Assets sowie Orientierung zu Risiken bietet, zum Beispiel die Crypto.com App, je nach Verfügbarkeit.
Was ist der Unterschied zwischen DeFi und Krypto?
DeFi ist das System, in dem digitale Assets genutzt werden. Krypto ist eine Art digitaler Vermögenswert innerhalb dieses Systems, wie Bitcoin oder Solana.
Was ist ein Beispiel für DeFi?
Uniswap ist ein Beispiel. Dort können Nutzer Tokens direkt aus ihren Wallets tauschen, ohne Vermittler.
Ist Bitcoin DeFi?
Nein, Bitcoin ist eine digitale Währung. Seine Einführung war jedoch ein wichtiger Schritt für die Entwicklung von DeFi.
Wie werden DeFi-Protokolle gesteuert?
Token-Inhaber stimmen über Änderungen ab. Meist entspricht ein Token einer Stimme, organisiert über eine DAO.
Wie starte ich mit DeFi über Crypto.com?
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Wichtige Informationen: DeFi unterliegt nicht der Verordnung (EU) 2023/1114 über Märkte für Krypto-Assets (MiCA). Diese Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung dar. Der Handel mit oder das Halten von Krypto-Assets ist mit Risiken verbunden und möglicherweise nicht für alle geeignet. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Weitere Informationen zu Risiken finden Sie hier.
Die Crypto.com App wird von Foris DAX MT Limited mit Sitz in Malta (Unternehmensnummer C 88392) angeboten und ist von der Malta Financial Services Authority als Anbieter von Krypto-Asset-Dienstleistungen gemäß der Verordnung (EU) 2023/1114 zugelassen.
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